Meine Arbeit im Carrigan

Hola a todos,

niemals hätte ich von mir erwartet, mal mit körperlich und geistig benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu arbeiten…Aber das ist (m)ein Freiwilligendienst nun mal auch: Anders, als man ihn sich vorgestellt hat!

Unser Mentor hatte uns schon vorher erzählt, dass eine der Freiwilligen letztes Jahr total begeistert davon war, in den letzten Monaten in dem Behindertenzentrum der Schule zu arbeiten. Daher wollten wir uns das auch einmal angucken und fragten die asistenta social der Schule, ob sie uns nicht einmal dort vorstellen könne. Ende August funktionierte das dann auch und wir wurden zunächst durch die verschiedenen aulas geführt.

In der nächsten Woche sprachen wir mit der Direktorin und unterzeichneten den Tag darauf direkt einen Vertrag, der besagte, dass ich ab sofort bis nächsten Juli jeden Dienstag und Donnerstag im Carrigan die Betreuerinnen unterstützen würde.

Das Zentrum hat 14 verschiedene ‚Klassenzimmer’ mit insgesamt 106 Kindern, angefangen bei den niños von zwei Jahren, bis hin zu jungen Erwachsenen von 21 Jahren. Das Hauptziel ist stets, mit den Kindern und Jugendlichen eine Routine zu entwickeln und sie so auf das Leben vorzubereiten, dass sie möglichst selbstständig sind.

Daher haben die Tage einen sehr festen Rahmen. Ich habe bisher die meiste Zeit bei den drei- oder den fünfjährigen Kindern verbracht, weswegen ich darüber am meisten erzählen kann.

Normalerweise bin ich um circa neun Uhr morgens dort, da wir vorher stets in der Schule Brötchen und Milchpakete (pan y leche) an die ersten drei Klassen der primaria verteilen.

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Zunächst wird zusammen mit den Kinder geklärt, welcher Tag heute ist und wer gekommen ist und wer nicht, wir singen ein wenig und machen kleine Bewegungsspiele. Danach gibt es meistens eine kleinere Aktivität, z.B. gehen wir für Jogurt zu einer kleinen tienda um die Ecke oder zu dem nahe gelegenen Markt, um etwas Obst für das Frühstück zu kaufen, bemalen Platzdeckchen etc.

Was einen zentralen Bestandteil des Tages ausmacht, ist das darauffolgende Händewaschen. Zumindest bei den kleineren Kindern dauert das immer ziiiemlich lange. Bis alle nacheinander ihr Handtuch und ihre Seife geholt haben, sich in der richtigen Reihenfolge in einer Schlange aufgestellt haben, sich aneinander festhalten und fertig sind, sich auf den Weg ins Bad zu machen, vergeht schon ein bisschen Zeit 🙂

Meine Aufgabe besteht meistens darin, im Bad aufzupassen, dass sie schön ruhig auf der Bank sitzen bleiben und warten, bis sie mit dem Hände waschen dran sind und nirgendwo hochklettern, sich nirgendwo reinlegen, kein anderes Kind beißen oder schlagen …Ach nein, die meisten sind echt süß. Aber es gibt schon den/die ein oder andere/n, der/die es in sich hat!

Sind alle heil zurück im Klassenzimmer, werden die loncheras (Brotdosen) gegessen und danach geht’s in die Pause! Dort dürfen die Kinder Trampolin spielen, wippen, schaukeln, klettern etc…

Meistens passe ich dann auf Kinder auf dem Trapolin auf, schubse die ganz Kleinen auf den Schaukeln an oder helfe ihnen beim Rutschen.

Nach der Pause werden zunächst die ganzen Kinder wieder ‚eingefangen’, was gar nicht immer so einfach ist, da (zumindest in der aula der fünfjährigen) manche Kinder auf keinen Fall in ihr Klassenzimmer zurückkehren wollen und sich dabei erstaunlich geschickt anstellen.

So musste ich schon mehrmals meine Schnelligkeit mit der der Kinder messen…

Nach einer kurzen Fernsehsendung geht es dann wieder zum Händewaschen ins Bad. Verlief alles erfolgreich, wird im Anschluss um ca 12 Uhr der Tisch gedeckt, die Essensdosen aus der Küche verteilt, gebetet und gegessen. Meist kommen um diese Zeit bereits die ersten Elternteile und helfen beim Essen. Bis um 1 Uhr haben dann normalerweise alle Eltern ihre Kinder abgeholt und mein Tag ist auch vorbei.

Langeweile hatte ich bisher sehr, sehr selten – meistens bleibt nicht einmal Zeit, um ein paar Fotos zu machen. 🙂

Die älteren Kinder und Jugendlichen haben meist andere Aktivitäten wie z.B. Gartenarbeit, Malen oder Basteln:

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Ich bin auf jeden Fall noch sehr gespannt, was ich noch alles mit den Kindern erleben werde…

Bis zum nächsten Mal!

Eure Linda


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